Rosé war nie ein Zufall
Lasst uns die Weingüter der FREAKSTOTABLE-Manufakturen heute einmal durch die rosarote Brille betrachten.
Es gibt Weine, die werden unterschätzt. Rosé gehört ganz sicher dazu. Lange Zeit war er der nette Begleiter für den Sommer. Hübsch anzusehen, unkompliziert und oft austauschbar. Genau diese Belanglosigkeit hat ihm jahrzehntelang geschadet. Dabei erzählt kaum eine Weinkategorie so viele Geschichten über Herkunft, Handwerk und den Mut, Dinge anders zu machen. Und genau deshalb passt Rosé so gut zu den FREAKSTOTABLE-Manufakturen. Hier geht es nicht um Trends. Hier geht es um Menschen, um Winzerinnen und Winzer, die Natur und Biodiversität respektieren und perfekt interpretieren. Hier geht es um Charakter statt Konfektion.
Ein bisschen Geschichte muss sein
Als die Phokäer um 600 vor Christus an der heutigen Küste der Provence landeten und Massalia, das heutige Marseille, gründeten, hatten sie Reben im Gepäck. Die Seefahrer aus Kleinasien brachten den Weinbau nach Südfrankreich. Dass daraus rund 2.600 Jahre später eine der erfolgreichsten Weinkategorien der Welt entstehen würde, konnte damals niemand ahnen. Die ersten Weine waren erstaunlich hell. Nicht, weil man Rosé machen wollte. Man kannte schlicht keine andere Technik. Die intensive Farbextraktion roter Trauben entwickelte sich erst viele Jahrhunderte später. Rotwein war damals oft kaum dunkler als viele Rosés von heute. Ein berühmtes Beispiel ist der Clairet aus Bordeaux. Im Mittelalter wurde er in England als Claret gefeiert. Auch in Tavel, Anjou, der Provence und Italien entwickelten sich ganz eigene Rosétraditionen. Five Roses schrieb 1943 als erster abgefüllter Rosé Italiens Geschichte. Wenige Jahre später machte Mateus Rosé mit seiner ikonischen Flasche Rosé weltweit populär. Der kommerzielle Erfolg war enorm. Sein süßliches Image hing der Kategorie allerdings noch Jahrzehnte nach. Die eigentliche Revolution begann 1985 in der Provence. Régine Sumeire vom Château Barbeyrolles setzte auf einen völlig neuen Stil. Hell, trocken und elegant. Inspiriert von der Champagne arbeitete sie mit Direktpressung und minimalem Schalenkontakt. Der Provence-Rosé, wie ihn heute fast jeder kennt, war geboren. Ab den 2000er-Jahren wurde Rosé endgültig zum globalen Phänomen. Namen wie Whispering Angel, Domaines Ott, Miraval oder Château Galoupet machten ihn zum Symbol für Sommer und Lebensart. Parallel entstanden hochmoderne Kellereien, die sich ausschließlich auf Rosé spezialisierten. Nächtliche Lese, gekühlte Verarbeitung und konsequenter Sauerstoffschutz perfektionierten den Stil.

Claudia Stern: „Mein kleiner Rosé-Hate am Rande: Vieles schmeckt heute, als käme es aus ein und demselben riesigen Edelstahltank“
Rosé wächst weiter
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. 2023 wurden weltweit rund 18,5 Millionen Hektoliter Rosé konsumiert. Das entspricht etwa zehn Prozent des weltweiten Weinkonsums. Während der Markt für Stillwein schrumpft, behauptet sich Rosé erstaunlich souverän.
Zum Glück wächst nicht nur die Menge. Auch die Vielfalt nimmt zu.
Wer Rosé allein auf seine Farbe reduziert, verpasst das Spannendste. Direkt gepresste Rosés zeigen oft helle Frucht und Eleganz. Eine längere Maischestandzeit bringt Struktur und Würze. Die Saignée-Methode wiederum liefert Rosés mit Tiefe, Grip und echtem gastronomischem Potenzial.
In den vergangenen Jahren hat sich außerdem ein erfreulicher Gegentrend entwickelt. Nicht mehr der blasseste Rosé gewinnt automatisch die Herzen. Immer mehr Weinfreunde entdecken charakterstarke Vertreter aus Bandol, dem Languedoc oder Süditalien. Ein Cerasuolo d’Abruzzo wirkt manchmal fast wie ein leichter Rotwein. Und Ilonka Scheuring zeigt mit ihrem fränkischen Rotling eindrucksvoll, wie modern eine jahrhundertealte Idee heute schmecken kann.
Rosé ist längst kein Terrassenwein mehr.
Er begleitet Tomaten, Auberginen, Sushi, asiatische Küche, gegrillten Fisch oder Käse oft überzeugender als mancher Weiß- oder Rotwein. Genau deshalb findet er bei den FREAKSTOTABLE-Manufakturen seinen Platz. Denn dort stehen Genuss, Herkunft und handwerkliche Qualität immer im Mittelpunkt. Ein außergewöhnlicher Wein verdient außergewöhnliche Lebensmittel. Und umgekehrt. Ich muss dabei manchmal schmunzeln. Es gab tatsächlich Zeiten, in denen meine mehrfach ausgezeichnete Weinkarte mit weit über 1.000 Positionen – Rosé-Champagner einmal ausgenommen – keinen einzigen Rosé enthielt. Danach wurde Rosé zum Lifestyle-Getränk. Heute ist er endlich dort angekommen, wo er hingehört: als eigenständige, vielseitige und ernst zu nehmende Weinkategorie.
Und genau deshalb werfen wir jetzt gemeinsam einen Blick auf einige meiner Lieblingsrosés aus dem Netzwerk der FREAKSTOTABLE-Manufakturen. Nicht nach Punkten. Nicht nach Trends. Sondern nach dem, was wirklich zählt: Persönlichkeit im Glas.
2025 Rosé trocken – Weingut Poss, Windesheim, Nahe | 9,90 €

Manchmal braucht es einen PIWI, um zu zeigen, wie moderner Rosé schmeckt. Nicolai Poss beweist seit Jahrzehnten, dass Rosé weit mehr sein kann als ein hübscher Sommerwein. Sein Rosé aus Cabernet Dorsa mit einem kleinen Anteil Spätburgunder besitzt genau die Mischung aus Frucht, Struktur und Würze, die ich mir im Glas wünsche. Die vielfältigen Böden rund um Windesheim aus Löss, Lehm, Sandstein und verwittertem Vulkangestein schenken dem Wein Frische und eine feine mineralische Ader. Nach der selektiven Lese werden die Trauben schonend gepresst, kühl vergoren und anschließend auf der Feinhefe ausgebaut. Das bewahrt die Frucht und verleiht gleichzeitig erstaunlich viel Substanz. Johannisbeere, Himbeere, rosa Grapefruit und Blutorange springen förmlich aus dem Glas. Cabernet Dorsa liefert Rückgrat, saftige Würze und einen feinen Griff am Gaumen. Der kleine Anteil Spätburgunder bringt Eleganz ins Spiel. Das Ergebnis erinnert eher an einen südfranzösischen Rosé als an einen unkomplizierten Terrassenwein. Saftig, trocken und mit genau der richtigen Portion Zug. Und jetzt bitte Schluss mit meinem Lieblingsklischee: Rosé ist kein Mädelswein. Dieser hier verlangt nach gegrillter Melone, Linsen, Tomaten, Paprika, Radieschen, jeder Menge Minze und guten Freunden an einem langen Sommerabend. Wer das Rezept möchte, bekommt es selbstverständlich dazu. www.weingut-poss.de
2019 Naturreich Rosé – Landwein Oberrhein, Weingut Höfflin, Bötzingen, Baden | 38,00 €

Rosé muss jung getrunken werden? Matthias Höfflin dürfte darüber herzlich lachen.
Dieser Wein ist das beste Beispiel dafür, dass man Regeln kennen muss, um sie bewusst zu brechen. Nach 72 Stunden Maischestandzeit verschwand der Spätburgunder nicht in den Edelstahltank, sondern für zweieinhalb Jahre ins Barrique. Nach der Füllung brauchte er noch einmal Geduld. Erst vor wenigen Monaten hat er die letzte Kurve genommen. Manche Weine werden eben nicht gemacht. Sie entstehen.
Was heute im Glas steht, hat mit einem klassischen Sommerrosé kaum noch etwas gemeinsam. Die Frucht wirkt tief und kühl. Waldbeeren, Hagebutte und Sauerkirsche treffen auf feine Röstaromen, Kräuter, etwas Unterholz und einen Hauch Sahnekaramell. Mit jedem Schluck gewinnt der Wein an Tiefe. Kraft zeigt er nicht durch Lautstärke, sondern durch eben die für Matthias so typische Gelassenheit.
Kalt serviert ist das ein Rosé für Menschen, die sich gerne überraschen lassen. Und ja, ich bin ziemlich sicher: Patrick von Vacano würde dazu jubelnd seinen legendären Zwiebelrostbraten vom Saibling bestellen. Ich würde sofort mitessen. Genauso spannend finde ich den Wein zu Erdbeeren, Rhabarber und Joghurt. Klingt gewagt? Genau deshalb funktioniert es. Der Naturreich Rosé ist kein Wein für jeden Tag. Er ist ein Wein für alle, die neugierig geblieben sind. www.weingut-hoefflin.de
2025 Spätburgunder Rosé Kabinett trocken – Weingut Arndt Köbelin, Kaiserstuhl, Baden | 10,00 €

Pinky pink. So muss Rosé manchmal einfach aussehen. Wer jetzt Bonbonaromen erwartet, liegt allerdings daneben.
Nach 48 Stunden Schalenkontakt bekommt der Spätburgunder genau die intensive Farbe, die schon beim Einschenken gute Laune macht. Anschließend darf der Wein ganz entspannt auf der Feinhefe reifen. Ohne Hektik. Ohne unnötige Eingriffe. Sogar ein Hauch der natürlichen Gärungskohlensäure bleibt erhalten und macht jeden Schluck noch lebendiger.
Die Nase ist ein Korb voller Himbeeren, Walderdbeeren und roter Johannisbeeren. Dazu gesellen sich rosa Grapefruit und ein Hauch Blutorange. Am Gaumen wirkt der Rosé herrlich saftig. Die 7,2 g/l Restzucker sind kein Selbstzweck, sondern spielen der frischen Säure gekonnt den Ball zu. Das Ergebnis ist trocken genug für anspruchsvolle Weintrinker und gleichzeitig so charmant, dass das Glas viel zu schnell leer ist.
Dazu braucht es keine große Küche. Ein liebevoll angerichtetes Vesper reicht völlig. Der Schinken aus dem Netzwerk Wagyu Taubertal, dazu 360° Brot von Christian Philipps und die legendäre Röstzwiebelbutter der Butterboys. Mehr Sommer auf einem Brett geht kaum. Manchmal muss Wein einfach gute Laune machen. Dieser Rosé kann das ziemlich gut. www.weingut-koebelin.de
BASIC I 2024 Rosa Trinkfreu(N)de feinfruchtig – Weingut Illonka Scheuring, Franken | 8,00 €

Kaum ein Wein macht seinem Namen so viel Ehre wie dieser. Rosa Trinkfreu(N)de ist unkompliziert, fröhlich und genau der Rosé, den man viel zu schnell austrinkt.
Mit Cabernet Dorsa, Spätburgunder, Blaufränkisch und – typisch Franken – einem Schuss Silvaner zeigt Illonka Scheuring, dass Herkunft durchaus Humor haben darf. Nur 10,5 % vol. Alkohol, 19,1 g/l Restzucker und eine wunderbar lebendige Säure machen ihn zu einem echten Leichtgewicht mit erstaunlich viel Geschmack.
Walderdbeeren und Sauerkirschen geben den Ton an. Dazu kommen rote Johannisbeeren und ein Hauch Himbeere. Die feine Fruchtsüße wirkt nie aufdringlich. Sie schenkt dem Wein genau die Unbeschwertheit, die man sich an einem heißen Sommertag wünscht.
Für mich gehört dazu ein knusprig gegrilltes Hähnchen vom Hofgut Ochsenschläger, ein großer Sommersalat mit allem, was der Garten gerade hergibt, und später vielleicht noch ein Rhabarbersorbet. Mehr braucht es manchmal nicht.
Meine obligatorische Frage an Ilonka lautet jedes Mal: Seit wann macht Ihr eigentlich Rosé? Die Antwort kommt ebenso schnell wie charmant: „Gar nicht. Das ist ein Rotling.“ Und tatsächlich gibt es diesen Wein bereits seit über 30 Jahren. Den Namen „Rosa Trinkfreu(N)de“ trägt er allerdings erst seit 2019.
Und wie war das noch mit meinem Lieblingsklischee, Rosé sei Frauenwein? Wenn das stimmt, dann bitte genauso. Schließlich stammt dieser Wein von einer der engagiertesten und klügsten Winzerinnen Deutschlands. www.weingut-scheuring.de
2023 Rosé Fumé, VDP Weingut Stigler, Ihringen, Baden | 23,00 €

Dieser Rosé ist eine Herausforderung und ein echter Sommelier-Lieblingswein. Der Fumé Rosé verlässt die klassische Rosé-Schublade mit voller Absicht. Spätburgunder trifft auf den behutsamen Ausbau im Holzfass und gewinnt dadurch an Tiefe, Struktur und erstaunlicher Eleganz. Kupferfarbene Reflexe leuchten aus dem Glas. Walderdbeeren, Granatapfel und rote Johannisbeeren verbinden sich mit Röstaromen, gerösteten Mandeln und einem Hauch Feuerstein. Genau diese feine Rauchigkeit erklärt den Namen Fumé.
Am Gaumen zeigt der Wein Druck, ohne schwer zu wirken. Die frische Säure bringt Zug, das Holz schenkt cremigen Schmelz und einen würzigen Nachhall, der lange präsent bleibt. Das ist kein Rosé für nebenbei, sondern einer für den gedeckten Tisch.
Ich stelle ihn am liebsten zu einem variantenreichen Barbecue, gegrilltem Thunfisch oder rosa Lammrücken. Ein Rosé, der zeigt, wie ernsthaft und gastronomisch diese Weinkategorie heute sein kann. www.weingut-stiegler.de
2024 PNR trocken – VDP Weingut Stigler, Ihringen, Baden | 11,50 €

Manchmal ist weniger tatsächlich mehr. Mit gerade einmal 11,0 % vol. Alkohol beweist der PNR – Pinot Noir Rosé, dass Leichtigkeit nichts mit Belanglosigkeit zu tun hat. Die Nase wirkt glasklar und kühl. Walderdbeeren, Himbeeren, Granatapfel und rote Johannisbeeren treffen auf frische Kräuter, einen Hauch Mandel und eine feine Würze aus dem großen Holzfass.
Am Gaumen zeigt sich der PNR schlank, präzise und herrlich saftig. Die lebendige Säure trägt die Frucht, eine feine salzige Mineralität sorgt für Länge und macht sofort Lust auf den nächsten Schluck. Genau diese Leichtigkeit macht seinen besonderen Reiz aus.
Für mich ist das der perfekte Aperitif. Er begleitet sommerliche Salate, Garnelen, Gemüse vom Grill oder einfach einen Abend mit guten Freunden. Einer dieser Weine, bei denen man sich wundert, warum die Flasche schon wieder leer ist. www.weingut-stigler.de
Rosé de Saignée Brut « avec pläsier», Weingut Schloss Sommerhausen | 23,50 €

Degorgiert 02/2026 . Rosé kann nett sein. Dieser hier hat darauf keine Lust. Schon die Farbe macht klar, dass hier niemand auf Beliebigkeit setzt. Dieser Rosé entsteht nach der Saignée-Methode aus 100 % Spätburgunder. Der kurze Kontakt mit den Beerenschalen verleiht ihm nicht nur seine intensive Farbe, sondern auch Grip, Struktur und eine erstaunliche Tiefe.
In der Nase treffen Himbeeren, rote Johannisbeeren und Hagebutten auf frisch gebackenes Brot, feinen Rauch und eine kühle, kalkige Mineralität. Mit etwas Luft zeigt sich immer mehr burgundische Eleganz. Die Perlage ist cremig und präzise. Am Gaumen wirkt der Schaumwein straff, saftig und herrlich trocken. Eine feine Phenolik gibt Kontur, die lebendige Säure sorgt für Frische und der salzige Nachhall macht sofort Lust auf den nächsten Schluck.
Das ist kein Rosé für den Sonnenuntergang allein. Das ist ein Rosé für Austern, Entenbrust, Rehrücken oder ein ganzes Menü. Für Menschen, die von einem Rosésekt mehr erwarten als hübsche Farbe und Erdbeeraromen. Das Degorgement im Februar 2026 bringt genau die Frische mit, die diesen Schaumwein heute so faszinierend macht. Charakter schlägt Klischee. Genau deshalb macht er so viel Spaß. www.sommerhausen.de
2025 Rosé trocken – Meier Weinerlebnis, Ulsenheim, Franken | 9,50 €

Ein Rosé ohne Kitsch. Dieser Rosé möchte vor allem eines: getrunken werden. Und genau darin liegt seine Stärke. Mit Domina und Dornfelder zeigt Markus Meier, dass Frische und Charakter wunderbar zusammenpassen. Das intensive Pink mit violetten Reflexen macht sofort gute Laune. In der Nase duften Walderdbeeren, Himbeeren und rote Johannisbeeren, begleitet von rosa Grapefruit und einem Hauch frischer Gartenkräuter.
Am Gaumen wirkt der Rosé herrlich saftig und geradlinig. 8,5 g/l Restzucker schenken ihm genau die richtige Portion Charme, ohne die Frische zu überdecken. Die lebendige Säure hält alles in Balance, der moderate Alkohol macht ihn zu einem herrlich unkomplizierten Begleiter. Einer dieser Weine, bei denen man nach dem ersten Glas unweigerlich zur Flasche greift.
Ich stelle ihn am liebsten zu mediterranen Vorspeisen, gegrilltem Gemüse, Garnelen oder einem entspannten Abend mit Freunden auf den Tisch. Manchmal braucht es gar nicht mehr.
Was mir an Markus Meier besonders gefällt, ist die Haltung hinter seinen Weinen. Gemeinsam mit Ilonka Scheuring gehört er zur fränkischen Winzerinitiative ETHOS. Dort stehen Biodiversität, ein lebendiger Weinberg und ein respektvoller Umgang mit der Natur nicht auf dem Etikett, sondern im Alltag. Für mich schmeckt man genau das: Ehrlichkeit, Herkunft und eine wunderbare Leichtigkeit, die niemals beliebig wirkt. www.markusmeierwein.de
2019 Philosophie Signature Rosé trocken – Paradiesgarten, Weingut Markus Meier | 69,00 €

Rosé kann wirklich groß sein.
Dieser Wein liefert den Beweis. Schon die Flasche mit ihrer markanten Wachskapsel macht deutlich, dass hier kein Sommerwein für nebenbei wartet. Der Philosophie Signature Rosé stammt aus dem Paradiesgarten und wird ausschließlich aus 100 % Frühburgunder erzeugt – einer der anspruchsvollsten und faszinierendsten Burgundersorten überhaupt. Nur außergewöhnliche Jahrgänge kommen für diesen Wein infrage. Strenge Handlese, kleinste Erträge und der Ausbau im Holzfass schenken ihm eine Tiefe, die man bei Rosé nur selten findet. Im Glas zeigt er ein zartes Lachsrosa mit kupferfarbenen Reflexen. Die Nase öffnet sich Schicht für Schicht: reife Walderdbeeren, Himbeeren und rote Johannisbeeren treffen auf Brioche, getrocknete Kräuter, Waldpilze und einen Hauch Unterholz. Mit jeder Minute gewinnt der Wein an Ausdruck und wirkt fast burgundisch in seiner Ruhe und Eleganz.
Am Gaumen verbindet er Kraft mit einer verblüffenden Leichtigkeit. Die feine Säure trägt die vielschichtige Frucht, zarte Gerbstoffe verleihen Kontur und der Ausbau im Holz sorgt für cremigen Schmelz und ein langes, salzig-mineralisches Finale.
Dieser Rosé möchte nicht auf der Terrasse enden. Er gehört an den Esstisch. Zu Hummer, Kalb, Perlhuhn oder einem lange gereiften Comté zeigt er seine ganze Klasse. Blind verkostet würden ihn viele kaum für einen Rosé halten. Genau das macht ihn so außergewöhnlich.
Für mich gehört der Philosophie Signature Rosé zu den eigenständigsten Roséweinen Deutschlands. www.markusmeierwein.de
2020 Crémant Rosé Brut Méthode Traditionnelle, Markus Meier, Franken | 29,00 €

Es gibt Schaumweine, die prickeln. Und es gibt Schaumweine, die mich durchaus berühren. Dieser Crémant gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Aus 100 % Pinot Noir entsteht nach klassischer Flaschengärung ein Rosé, der Eleganz und Trinkfreude mühelos verbindet. Die feine Perlage steigt ruhig und gleichmäßig auf, als wollte sie den ersten Schluck bewusst hinauszögern. In der Nase duftet der Crémant nach Walderdbeeren, Himbeeren und roten Johannisbeeren. Dahinter folgen frisch gebackenes Ciabatta, feine Hefenoten, geröstete Mandeln und ein Hauch mediterraner Kräuter. Mit etwas Luft gewinnt der Wein an Tiefe und wirkt erstaunlich burgundisch. Am Gaumen zeigt er genau die Balance, die große Schaumweine auszeichnet. Cremiger Schmelz trifft auf eine vibrierende Säure, rote Beeren auf Blutorange und eine feine salzige Mineralität. Die Dosage von nur 8 g/l ist perfekt gesetzt. Sie rundet den Wein ab, ohne seine Präzision zu überdecken. Das Finale wirkt trocken, frisch und macht sofort Lust auf den nächsten Schluck.
Für mich gehört dieser Crémant nicht nur zum Anstoßen auf besondere Momente. Er begleitet Lachstatar mit Avocado genauso selbstverständlich wie eine Gazpacho mit feiner Schärfe, gegrillte Garnelen oder einen sommerlichen Abend, an dem gute Gespräche wichtiger sind als große Gesten. Bubbles – fränkisch im Herzen, ganz groß im Glas.www.markusmeierwein.de
Eine Kölsche Lovestory: Bruno von Köln – Ruwer, Karthäuserhof | wine & glory 11,90 €

Fast 1000 Jahre ist es her, dass Bruno von Köln, gefeierter Gelehrter und Kanzler in Reims, alles hinter sich ließ. Statt Macht: Einsamkeit und Abgeschiedenheit. Statt Glanz: Innovation. 1084 gründete er in den französischen Alpen den Orden der Kartäuser. Dort entsteht heute das absolute Kultgetränk Chartreuse. Und was hat das mit Wein zu tun? Alles. Denn rund 250 Jahre später kamen die Kartäuser ins Ruwertal bei Trier. Sie übernahmen ein Gut, legten mit akribischer Hingabe Weinberge an und begründeten einen Ort, der heute von einem besonderen Team wieder wachgeküsst wird: Der Karthäuserhof. Eine einzige Monopollage: Karthäuserhofberg. Steil. Karg. Legendär. Die Rebsorten? Riesling, Weissburgunder und ein bisschen Spätburgunder. Punkt. Mineralisch, klar, präzise – wie gemacht für das Erbe der Kartäuser. Unternehmer Albert Behler führt es aus New York – mit Blick für Herkunft und Qualität. Matthieu Kaufmann, Meister der feinen Perlen, bringt die Sekte auf Weltniveau. Und das Team? Unglaublich sympathisch, qualitätsverliebt und offen für Wandel. Die Umstellung auf naturnahen Weinbau ist ebenso Teil dieser neuen Ära wie ein klarer visueller Auftritt: reduzierte Etiketten, durchdachtes Design – und eine neue Weinlinie, die alles zusammenführt: BRUNO. Von Köln. Für Köln. Jetzt! Eine Weinkollektion, die Lust macht – auf Austausch, Gesellschaft, Gespräch. Bruno Rosé ist der Liebling der Stadt. Mit Energie, Saftigkeit und einem Augenzwinkern an den Mann, der einst in die Einsamkeit verschwand. www.karthaeuserhof.com
Pinot Rosé SECCO – 3% Low Alcohol | Weingut Reverchon, Saar | 12,90 €

Manchmal braucht es einfach etwas dazwischen. Nicht alkoholfrei. Nicht klassischer Secco. Dieser fein perlende Rosé mit nur 3 % Alkohol verbindet saftige Erdbeeren, Himbeeren und einen Hauch roter Johannisbeeren mit lebendiger Frische und animierender Perlage. Ralph Herke zeigt hier, warum er nicht nur Qualitätswinzer, sondern auch Getränketechnologe ist. Alles wirkt erstaunlich präzise, ausgewogen und niemals beliebig.
Der ideale Aperitif für Brunch, Sommerterrasse, Empfang oder den Sundowner, wenn der Abend gerne noch etwas länger dauern darf.
Ralph Herke hat diesen Low Alcohol Wein sehr gut abgestimmt. Er ist ein Qualitätsverrückter Winzer,der sein Handwerk wirklich versteht. www.weingut-reverchon.de
Verjus Urgestein Blubber Rosé Alkoholfrei, Markus Meier, Franken | 19,50 €

Spätburgunder, Domina und Dornfelder Trauben werden unreif gelesen und zu einem Trendgetränk der Gastronomie verarbeitet. Wer behauptet, alkoholfrei sei langweilig, hat diesen Blubber noch nicht im Glas gehabt. Das Problem, die Flasche ist so schnell leer! Zartes Rosé, feine Perlage und jede Menge Frische. Roter Apfel, Johannisbeere, ein Hauch Grapefruit und Kräuter sorgen für ordentlich Spannung. Der Verjus aus unreifen Trauben bringt eine herrlich knackige Säure mit, die den Gaumen aufweckt. Trocken, präzise und verblüffend erwachsen kommt dieser Durstlöscher daher. Es ist kein Ersatz für Wein. Dieser Blubber ist ein eigenständiger Genusspartner – perfekt als Aperitif, zu Austern, Ceviche oder einfach immer dann, wenn der Kopf klar und das Glas trotzdem voller Lebensfreude sein soll. www.markusmeierwein.de
TEASECCO Rosé Alkoholfrei, Jörg Geiger | 13,90 €

Ich bin ja ein totaler Freund aller Produkte von Jörg Geiger, jetzt besonders vom Rosé Teasecco! Es ist ein Proxy mit floralen Hibiskusnoten, dunkler Zwetschgenfrucht, feiner Tiefe von Rooibostee. Ausgewogen, mit subtiler Süße-Säure, kräuteriger Spannung und langem, fruchtig-herbem Finish.
Ganz typisch für den Meisterkoch Jörg Geiger ist, dass er auch beim Teasecco eine wunderbare Balance aus Frucht, Kräutern und einer fast tänzerischen Leichtigkeit mit der zarten Herbe vom grünen Tee verbindet. Ideal als Durstlöscher nach dem Sport. Jörg Geiger komponiert seine alkoholfreien Superstars ja immer wie ein spannendes Kochrezept. So ist es ein selbstbewusster eigenständiger Durstlöscher mit Charakter geworden, der so richtig nach Aromaküche verlangt. Mein Renner ist meine südfranzösische Tomatentarte und Gambas.
Wie immer würde ich ihn mir noch trockener wünschen, aber meinen Freunden und den Genießern im Kiosque wine&glory gefüllt der Teasecco ganz wunderbar. www.manufaktur-joerg-geiger.de
Jetzt Gläser auf den Tisch und eingeschenkt. Probepakete gerne bei wine&glory anfordern.
BY THE WAY: Ein Glas Rosé (0,1 l) enthält im Durchschnitt nur etwa 72 Kalorien.
Eure Claudia Stern

Über die Autorin
Claudia Stern zählt seit Jahrzehnten zu den prägenden Persönlichkeiten der deutschen Weinwelt. Als Sommelière, Weinakademikerin, Journalistin, Moderatorin und Gründerin von Wine & Glory verbindet sie fundiertes Fachwissen mit Neugier, Kultur und der Freude am Genuss. Sie erzählt Geschichten, die Menschen für Wein begeistern. Für FREAKSTOTABLE sucht sie nach Winzern, Produkten und Ideen mit Charakter, die Herkunft, Handwerk und Geschmack auf besondere Weise miteinander verbinden.